Ein Tag am asiatischen Ufer: Beylerbeyi, Küçüksu und Beykoz Mecidiye
Drei Sultansbauten an einer Uferstraße, von Süd nach Nord: ein Sommerpalast, ein kleiner Pavillon an einer Wiese und ein Landsitz auf dem Hügel, einst ein Geschenk aus Ägypten.
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Die Besucherströme bleiben am europäischen Ufer. Gegenüber reihen sich drei Häuser der Nationalpaläste an derselben Bosporusstraße auf: der Beylerbeyi-Palast, der Küçüksu-Pavillon und der Beykoz-Mecidiye-Pavillon. Von Süd nach Nord besucht, ergeben sie einen entspannten Tag – ein ganzer Palast, ein kleiner Pavillon an einer Wiese und ein Landsitz auf dem Hügel, fast immer mit Blick aufs Wasser.
Vor dem Aufbruch
Planen Sie den Ausflug nicht für einen Montag – dann sind alle drei geschlossen. Die Kassen öffnen von 09:00 bis 17:00 Uhr; beginnen Sie also früh und reservieren Sie den Vormittag für Beylerbeyi, das größte der drei Häuser.
Jedes Haus verkauft Tickets an der eigenen Kasse, alle drei sind auch im E-Ticket-System der Nationalpaläste erhältlich (Online-Tickets werden nicht erstattet). Der Full Pass der Nationalpaläste deckt alle drei Gebäude ab, nicht aber die Picknickwiese von Küçüksu – und auch nicht Topkapı. Die Müzekart gilt in den drei Gebäuden, nicht auf der Wiese. In Beylerbeyi und Beykoz Mecidiye gibt es zudem ein günstigeres reines Gartenticket.
Ein paar Hausregeln sollten Sie kennen: Der Audioguide ist bei jedem Ticket gratis, nur nicht mit der Müzekart. Kinderwagen bleiben draußen, große Rucksäcke und Schirme kommen in die Garderobe, und Essen und Getränke sind in den Gebäuden nicht erlaubt – den Proviant also im Garten oder auf der Wiese verzehren.
Vormittag: Beylerbeyi-Palast
Beylerbeyi liegt knapp nördlich von Üsküdar, fast direkt unter der Bosporusbrücke. Sultan Abdülaziz ließ den Palast 1863–1865 als Sommersitz und Gästehaus für ausländische Herrscher bauen; Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Eugénie wohnten 1869 hier. Abdülhamid II. verbrachte nach seiner Rückholung aus Thessaloniki 1912 seine letzten Jahre im Palast und starb hier 1918.
Geöffnet ist das Hauptgebäude mit Mâbeyn und Harem – mit ägyptischen Bodenmatten, Hereke-Teppichen und Baccarat-Lüstern. Die Pavillons im Park (die beiden Seepavillons, der Gelbe, der Marmor- und der Stallpavillon) sind derzeit geschlossen; nehmen Sie sich deshalb Zeit für die Terrassengärten hinter dem Palast. Magnolien, Kastanien, Linden und Judasbäume stammen aus der Zeit Abdülhamids II.; im Frühling blühen die Judasbäume rosa.
Mittag: Küçüksu und die Wiese
Weiter nördlich, bei Anadoluhisarı, steht der Küçüksu-Pavillon auf der Wiese zwischen den Bächen Göksu und Küçüksu – einst einer der privaten Bosporusgärten der Sultane, später ein beliebtes Ausflugsziel der Istanbuler. Evliya Çelebi beschrieb Göksu im 17. Jahrhundert als stillen Ort mit Ruderbooten und Rosengärten.
Schon 1751–1752 stand hier ein Holzpavillon; Selim III. ließ 1806 im Namen seiner Mutter Mihrişah Valide Sultan einen Brunnen anfügen. Der heutige Steinbau entstand 1856–1857 für Abdülmecid, unter Abdülaziz wurden die Fassaden reicher geschmückt. Gewohnt wurde hier nicht: Es war ein Tageshaus für Rast und Jagd. In den Obergeschossen gehen je vier Räume von einer zentralen Halle ab, mit Kaminen aus farbigem italienischem Marmor und in jedem Raum einem anderen Parkettmuster. Gehen Sie danach um das Haus zur reliefgeschmückten Seefassade – dort liegt ein kleines Becken mit Brunnen direkt an der Mauer.
Gleich daneben liegt die Picknickwiese von Küçüksu, ein eigener Bereich mit eigenem Ticket: hölzerne Lauben, ein Kinderspielplatz, ein Spazierweg und ein Café. In den übrigen Palastgärten ist Picknicken verboten – wer im Freien essen möchte, ist hier richtig. Cafés gibt es laut Verwaltung aber auch an allen drei Stationen.
Nachmittag: Beykoz-Mecidiye-Pavillon
Die letzte Station liegt am Nordrand von Beykoz, bei Hünkâr İskelesi, oben auf einem Hain, der in Terrassen vom Meer aufsteigt. Der Pavillon ist älter als Dolmabahçe und Beylerbeyi und gilt als erster Steinbau im neuen Stil am Bosporus. Mehmed Ali Pascha, Gouverneur von Ägypten, begann ihn 1845 für Abdülmecid; sein Sohn Said Pascha vollendete ihn 1854 und schenkte ihn dem Sultan.
Abdülmecid zeigte wenig Interesse, doch Abdülaziz nutzte das Haus im Sommer oft und ließ auf der Wiese von Beykoz Ringkämpfe austragen. Am 15. Oktober 1869 wurde hier Kaiserin Eugénie mit Festmahl und Truppenparade geehrt – im selben Jahr, in dem sie in Beylerbeyi wohnte. Später diente das Gebäude als Waisenhaus und den größten Teil des 20. Jahrhunderts als Krankenhaus; nach der Restaurierung 2010–2016 wurde es am 11. April 2017 als Museum eröffnet. Achten Sie auf die klassizistische Front aus italienischem Stein und weißem Marmor und auf den farbigen Porphyr im Inneren.
Anreise und Weg zwischen den Stationen
Setzen Sie vom europäischen Ufer mit der Fähre nach Üsküdar über. Von dort fahren Stadtbusse und Dolmuş-Minibusse auf der Uferstraße nach Norden Richtung Beykoz und kommen an allen drei Häusern vorbei: zuerst Beylerbeyi, dann Küçüksu, zuletzt Beykoz. Einige Bosporusfähren legen in Kandilli und Anadoluhisarı an, wenige Gehminuten von Küçüksu; prüfen Sie den aktuellen Fahrplan, bevor Sie sich darauf verlassen.
Zurück geht es auf derselben Uferstraße nach Üsküdar. Und falls Topkapı und Dolmabahçe am europäischen Ufer noch vor Ihnen liegen: Das sind die beiden, für die sich eine Buchung im Voraus lohnt.